Donnerstag, 1. August 2013

School's out for summer (once again)

So wie auch in den vergangenen beiden Jahren möchte ich das Schuljahresende (hier bei uns in Bayern) dazu nutzen einen kleinen Rückblick auf das vergangene Schuljahr zu werfen. Ich wollte mir heute ersparen zu schreiben wie entsetzlich schnell dieses (Schul)Jahr vergangen ist, aber ich bin wirklich, wirklich fassungslos darüber wie die Zeit gerast ist und der Umstand dass bereits gestern der erste Ferientag war und ich bislang nicht geschafft habe, diesen Post fertig zu schreiben, zeigt mir dass die Zeit wirklich gegen mich ist.

Die letzten zwölf Monate waren wieder geballt von Ereignissen, Überraschungen, Entwicklungen und einem stetigen Wachsen. Auf allen Ebenen und von allen meinen Kindern - um die es hier ja gehen soll - gleichermassen. Ich werde mich hier nur ganz kurz fassen, denn eigentlich könnte ich über jedes meiner wundervollen Kinder einen Roman schreiben.

Meine Grosse ist nun tatsächlich schon zwölf Jahre alt und hat die Hälfte ihrer Schulzeit mit dem Beenden der 6. Klasse bereits hinter sich gebracht. Sie hat dieses zweite Schuljahr auf dem Gymnasium sehr gut gemeistert, vor allem auch den Wechsel in ein eine ganz neue Klasse, ganz ohne Mitschüler aus unserer Gegend. Letztendlich war das zwar hart (übrigens nur deshalb nötig weil sie die einzige aus ihrer alten Klasse war, die als zweite Fremdsprache nach Englisch Französisch und nicht Latein gewählt hat) aber durchaus positiv für sie, denn sie hat sich in der neuen Klassengemeinschaft sehr gut eingefügt, Freundschaften geschlossen und sagt selbst dass sie sich wohler fühlt als in ihrer ehemaligen Klasse, die zum Grossteil aus Mitschülern der Grundschule bestand. Meine erstgeborene Tochter (das klingt sehr hochtragend, findet ihr nicht?) ist definitiv kein Kind mehr und hat sich sowohl körperlich, wie auch emotional und geistig sehr stark hin zum Erwachsenen entwickelt. Das ist zum einen eine grossartige Erfahrung - für sie und für mich - aber auf der anderen Seite auch ziemlich beängstigend. Ich bin teilweise etwas überfordert mit diesem Tempo und allgemein der Tatsache dass aus meinem kleinen Babymädchen eine erwachsene, eigenständige Person wird. Meine Grosse erinnert mich sehr oft an mich, im positiven wie im negativen, und sie ist nach wie vor unsere "Zweitmama". Sie kümmert sich gerne (meistens zumindest) und gut um ihre Geschwister, schiesst dabei aber auch mal übers Ziel hinaus und wird den Kleinen gegenüber recht herrisch und dominant (ja, ich war ganz genauso). Ihre Schwester ist nach wie vor ihre beste Freundin und die beiden vermissen sich sehr, wenn eine nicht daheim ist und können sich auch leidenschaftlich streiten und prügeln. Wenn auch es während des Schuljahres teilweise ziemliche Kämpfe um das Lernverhalten gab, so hat sich doch am Jahreszeugnis gezeigt dass sie ihre Sache wirklich richtig, richtig gut gemacht hat. 



Meine Prinzessin, seit einigen Monaten nun auch schon zehn Jahre alt (unglaubliche 10!) hat nun auch tatsächlich ihre Grundschulzeit beendet und ich kann mir noch gar nicht vorstellen dass sie ab September jeden Morgen zusammen mit ihrer grossen Schwester mit dem Bus ins Gymnasium fahren wird. Sie ist doch gerade erst eingeschult worden!? Auch hier muss ich der Tatsache ins Auge blicken dass meine kleine Tochter längst nicht mehr klein ist und auch die Pubertät langsam aber sicher zuschlägt. Im vergangene Schuljahr ist gewissermassen ein Knoten bei meiner "Kleinen" geplatzt uns sie redet nun viel mehr darüber was sie bedrückt und sie redet jetzt wirklicht richtig viel. Noch mehr als mit mir mit ihrer Oma, zu der die Bindung nach wie vor sehr, sehr eng ist. Und was ich sehr schön finde, wenn auch ich manchmal fast ein wenig eifersüchtig bin, dass sie so manches Problem lieber meiner Mama anvertraut als mir. Auf der anderen Seite ist es so unglaublich wertvoll dass meine Kinder meine Eltern haben und eben ein so enges Vertrauensverhältnis, dass das positive auch für mich natürlich überwiegt. Neben dem Klarinettenunterricht hat unsere Prinzessin in diesem Schuljahr damit begonnen Keyboardunterricht zu nehmen und macht das mit grosser Freude und auch Erfolg. Das musikalische Talent hat sie sicher nicht von mir und ich finde es toll, dass sie so selbständig und ohne (meinen) Druck oder Erinnerung täglich übt. Überhaupt ist das ein grosser Unterschied zu ihrer Schwester: sie erledigt alle Hausaufgaben, etc. ohne meine Ermahnungen und sogar in der Regel als aller erstes wenn sie aus der Schule nach Hause kommt. Ihr Abschlusszeugnis der Grundschule war wirklich eine Freude, ganz besonders auch die so lobenden Beurteilungen. Ich hoffe sehr dass sie sich gut im Gymnasium einleben wird und dass sie ihre oft übermächtige Angst (vor allem möglichen, ganz besonders davor dass sie sich nachts übergeben muss, was leider immer noch regelmässig der Fall ist) endlich abstreifen kann. 



Mein Junior beendet am Freitag sein zweites ganzes Kindergartenjahr (wobei er eigentlich schon drei Kindergartenjahre absolviert hat, denn im ersten ist er zwar "erst" im November in den Kindergarten gekommen, aber das ist ja auch fast ein ganzes Jahr) und ist ab September ein Vorschulkind. Da er erst Ende November sechs Jahre alt wird und er immer noch sprachliche Probleme mit einigen Buchstaben hat, haben wir uns dazu entschlossen ihn noch ein Jahr richtig Kind sein zu lassen und noch nicht einschulen zu lassen. Ich bin überzeugt dass das die richtige Entscheidung war und ist, wenn auch er laut seinen Erzieherinnen prinzipiell schulreif ist und hätte gehen dürfen. Er selbst findet es sehr doof noch nicht in die Schule zu dürfen, was vor allem dran liegt dass sein absolut bester Freund eingeschult wird und deshalb nicht mehr zu ihm in den Kindergarten kommt. Unser Junior ist ein Energiebündel und oft ein Lausbub wie er im Buche steht (wenn wir einen Schuppen hätten, in dem er Holzfiguren schnitzen müsste wenn er etwas angestellt hat, dann hätte er schon ein stattliche Sammlung!). Mich strengt es oft sehr an, hier das "richtige" zu tun und ich bin manchmal mit meinen Latein am Ende. (Wo ist Jesper Juul wenn man ihn braucht?) Mein Junior erinnert mich sehr oft an meinen Bruder und ich verstehe meine Mama jetzt so viel besser. Neben dieser wilden Seite hat mein grosser Sohn auch so zauberhafte Eigenschaften, ist bemüht und hilfsbereit, erzählt die tollsten Geschichten und ist so unglaublich clever und weise, dass ich manches Mal richtig erschrecke darüber was ein Fünfjähriger offensichtlich weiss und von sich gibt. Daneben hat er ein absolutes Computerhirn und merkt sich einfach alles. Sein Ausspruch "ich seh alles, hör alles und weiss alles" stimmt wirklich oft. Sein kleiner Bruder ist sein liebster Spielgefährte und liebster Mitunfugmacher und die zwei sind ein gigantisch eingespieltes Team. Ausserdem hat der Junior in diesem Kindergartenjahr seine Singleidenschaft entdeckt und singt sowohl gehörte Lieder wie auch selbst erfunden, was ganz unglaublich süss ist. Ich bin gespannt ob der "kleine" Mann nächstes Jahr auch so einen grossen Sprung macht wie meine beiden Töchter, die im Vorschulkindergartenjahr tatsächlich plötzlich vom Kindergartenkind zum Schulkind wurden.



Mein Kleintje, der sich natürlich nicht an meine Vorgabe gehalten hat, als mein letzgeborener dauerhaft mein Baby zu bleiben, hat nun tatsächlich sein erstes Kindergarten- bzw. Krippenjahr absolviert und hat riesige Entwicklungssprünge gemacht.  Dabei ist er zu einem unglaublich fröhlichem Kindergartenkind gereift, das mit seiner herzlichen Art und seinem Charme alle um den Finger wickelt. Doch auch in ihm schlummern Lausbubengene und er kommt tatsächlich auf den doofste Scheisselkram von allen (die Joghurtbecher im Klo zählen noch zu den harmlosen Ideen), weshalb er mit seinem grossen Bruder ein recht unberechenbares Gespann bildet und die zwei zusammen sind kaum zu bremsen. Kleintje's grösste Leidenschaft sind Autos und er hat mittlerweile eine gigantische Sammlung, bei der er trotzdem das Fehlen eines einzelnen bemerkt und auch auf sofortige grossangelegte Suchaktionen besteht. Ihm sind generell viele Rituale  wichtig, z. B. das Müsli sofort nach dem aufwachen. Unser Jüngster spielt zwar sehr gerne mit seinen Geschwistern, geht unglaublich gerne in den Kindergarten, vor allem wegen seinem bestem Freund, aber er spielt auch sehr gerne und ausdauernd ganz alleine. Abends schläft er mittlerweile immer zusammen mit seinem Bruder in einem Bett, immer mit einem Hörspiel, was beide Jungs sehr lieben. Er schläft nun zwar nicht mehr im Beistellbett bei uns sondern in Junior's Bett, aber auf seinen Schnuller kann er zum einschlafen immer noch nicht verzichten und er schnullert damit immer noch wie Maggie Simpson. Über den Sommer sollte es jetzt klappen ihn komplett windelfrei zu bekommen, denn prinzipiell geht er jetzt meistens selbständig aufs Klo und ist auch nachts ganz trocken. Ab September ist er dann ein richtiges Kindergartenkind und kommt zu unserer grossen Freude zum Junior in die gleiche Gruppe und sein bester Freund gleich mit dazu. 



So kunterbunt gemischt wie in diesem Jahr werde ich es nie wieder haben: ein Kind im Gymnasium, ein Kind in der Grundschule, eines im Kindergarten und eines in der Krippe. Da wird es nächstes Schuljahr wirklich richtig "geordnet" mit zwei Kindergartenkindern (noch dazu in der selben Gruppe) und zwei Gymnasiastinnen. Ich bin schon so gespannt was das Jahr wieder bringen wird und was ich dann in einem Jahr erzählen kann. Gleichzeitig hoffe ich dass mein Bitten erhört wird und die Zeit zumindest ein bisschen weniger schnell vergeht.

Und jetzt höre ich auf mit meiner "Kurzfassung", die viel länger geworden ist, als eigentlich  beabsichtigte. Ich wünsche allen, die jetzt in der Ferien gestartet sind oder noch welche haben, eine ganz wundervolle Ferienzeit mit vielen schönen Erlebnissen, jeder Menge Sonnenstrahlen und ganz viel Erholung. Allen anderen einen fantastischen Sommer und wunderschönen August! Es wird hier jetzt etwas ruhiger. Ich habe zwar jede Menge leckerer Rezepte, die ich euch eigentlich unbedingt noch verraten wollte, aber ein Arbeitsalltag mit vier Ferienkindern lassen nicht wirklich viel Zeit (wo wir wieder beim Thema wären!). Lasst es euch gut gehen!

Alles Liebe von Frau Süd


P. S. Hier findet ihr meine "School's out for summer"-Editionen der letzten Jahre:





Kommentare:

  1. Hach, es fühlt sich an als wenn ich erst vor ein paar Tagen den letzten Jahresrückblick gelesen hätte. Deine vier entwickeln sich ja prächtig und ich freue mich immer sehr für euch! Genießt den Sommer! ♥ LG

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  2. Liebe Frau Süd,
    was für ein Rückblick!Ich bin total gerührt, man liest ganz,ganz viel Liebe ♥ herraus ;o)!Ich wünsche euch weiterhin alles,alles erdenklich Liebe und die weltallerschönsten Ferien überhaupt!!!!Ganz viele, liebe Grüße,Petra ♥

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  3. Du hast so wunderbare Kinder und weißt du auch warum? Genau, weil du sie liebst und Du ebenfalls ein ganz wundervoller Mensch bist <3

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  4. Das hast du wundervolltoll ge/beschrieben meine "große" Tochter. Puh zum Glück bist du nur ein kleines bisschen eifersüchtig, ich meine deine Zweitgeborene Tochter, meine Enkeltochter Nr. 2 ... obwohl beide Enkelmädels an 1. Stelle stehen, so wie die Jungs. Ich könnte nicht sagen, wen ich am allerliebsten mag, wie habe ich immer gesagt, wenn mich einer von euch, meinen eigenen Kindern gefragt hat, wen ich lieber mag? Ganz genau, jede(n) auf seine Weise .... klar, ich muss zugeben, dass es leichter mit euch Mädels ist. Aber der/die Jungs sind das Salz in unserer (Lebens)Suppe.
    H.d.g.d.l. Mama (Süd) ;-)

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♥-lichen Dank für Deine lieben Worte!