Dienstag, 31. Juli 2012

School's out for summer (again)

Dass ich regelmässig fassungslos darüber bin wie schnell die Zeit verfliegt, habe ich ja schon das eine oder andere Mal geschrieben. Als ich nun mit diesem Post zum Schuljahresende hier in Bayern (denn die anderen Bundesländer befinden sich ja bereits in den Sommerferien und manche stehen sogar schon wieder kurz vor Ende eben dieser) beginnen wollte, war ich wirklich schockiert wie extrem schnell dieses eine Jahr verflogen ist. Und es geht nicht nur mir so, sondern auch meine Töchter betonen dass es ihnen genau so geht (wobei diese sich natürlich ausschliesslich darüber freuen!).

Während ich vor einem Jahr noch davon schrieb, was uns in den kommenden zwölf Monaten alles erwarten würde, so ist ein Jahr später tatsächlich noch viel mehr passiert und es würde den Rahmen sprengen, das alles aufzuzählen bzw. zu erzählen. Aber ein paar Sachen möchte ich hier erwähnen und festhalten. Auf dass ich im nächsten Jahr wieder etwas habe, von dem ich erstaunt bin, wie viel mehr sich doch in zwölf Monaten getan hat. 

Meine Grosse hat nun ihr erstes Jahr auf dem Gymnasium hinter sich. Nach einem fulminantem Start gab es teilweise ziemliche Durststrecken und harte Phasen. Wenn man von der Grundschule ausschliesslich Einser, Zweier und ab und an mal einen Dreier gewöhnt ist und das auf dem Gymnasium zunächst so weiter geht (wenn auch mit DEUTLICH grösserem Einsatz), dann trifft es einen ganz schön wenn plötzlich mal ein Vierer oder sogar ein Fünfer auf dem Blatt stehen. Aber letzendlich hat sie sich sehr gut gemacht und dieses Tal durchschritten und ist daran gereift. Sie ist unglaublich gewachsen. In jeder Hinsicht. Die Pubertät hat Einzug gehalten und mein "kleines" Mädchen zu einem selbstbewussten, toughem Teenie reifen lassen. Die ein oder andere Veränderung, auch körperliche, ist als Mama ein ganz schöner "Schreck". Meine Grosse ist noch wesentlich selbständiger geworden und erwachsener. Trotzdem hält sie sich ihre Kindheit noch (etwas) fest: sie spielt mit ihren Geschwistern und auch alleine und geniesst es in den Ruhephasen, die ihr die Schule viel zu spärlich lässt, Kind sein zu dürfen. 



Meine Prinzessin hat auch die dritte Klasse mit Bravour gemeistert. Während ihre grosse Schwester aufgrund ihrer Rolle als Erstgeborene immer die "erste Runde" laufen muss und dadurch auch viel mehr von meinen Sorgen in Bezug auf die schulische Entwicklung abbekommt, so kann ich beim zweiten Mal viel entspannter sein und so kann die Prinzessin sich wesentlich selbständiger in der Schule zurecht finden. Allerdings scheint sie den "Druck" von mir auch nicht zu brauchen: während ich ihrer grossen Schwester oft mehrfach mit den Hausaufgaben und der Lernerei hinterherlaufen muss, erledigt sie ihre Sachen prompt und nahezu völlig ohne Hilfe. Tatsächlich ist es sogar so, dass sie, sobald sie aus der Schule daheim ist mit den Hausaufgaben beginnt! Ihre musikalische Entwicklung ist eine wahre Freude: nachdem sie in den ersten beiden Schulklasse Flöte spielen gelernt hat, hat sie nun seit einem Jahr Klarinetten-Unterricht und übt ohne Aufforderung und mit grosser Freude (sehr zum Unmut ihrer Schwester übrigens, die vom vielen Üben sehr genervt ist). Und hat vor ein paar Wochen auch noch mit dem Keyboard spielen begonnen und übt täglich (ja, es ist nicht immer lustig stundenlang die gleichen Tonfolgen und Lieder zu hören... fragt mal ihre Schwester!) 

Die beiden Mädels sind nach wie vor ein Herz und eine Seele. Allerdings im vergangenen (Schul)jahr mit deutlich mehr Zickereien, Streiterein und Prügeleien. Besonders in den letzten Wochen ging es teilweise hoch her und ich war das ein ums andere Mal kurz davor die beiden für ein sechswöchiges Ferienchamp anzumelden ;-) Aber insgesamt habe ich wirklich allen Grund dazu stolz auf meine beiden Töchter zu sein. Sie haben sich toll entwickelt, sind vom Charakter her noch gefestigter, sind liebevolle Schwestern und die allerweltsbesten Töchter.

Unser Junior hat in diesem (Schul)jahr so viele, so unglaublich hohe Sprünge gemacht, dass ich teilweise nur mit offenem Mund zusehen konnte. In seinem zweiten Kindergartenjahr (wobei das erste ja erst im laufenden Jahr begonnen wurde), das sein erstes komplettes war, hat er nun endlich richtig reden gelernt und holt anscheinend alle versäumten Wörter, Sätze und Erzählungen nach: mit anderen Worten: er redet fast pausenlos (übrigens wie seine Prinzessinenschwester). Auch zum Logopäden müssen wir schon seit einem halben Jahr glücklicherweise nicht mehr. Beim Junior besonders witzig: jeder (gefühlte) zweite Satz lautet "Hab ich Recht?" und die meisten Sätze beginnen mit "Weisst Du...". Es ist herrlich und beide Sätze haben sich mittlerweile zu geflügelten Worten in unserer ganzen Familie fest etabliert und man hört dauert irgendwo her ein "Hab ich Recht?". Ausserdem hat der Junior seine Puzzleleidenschaft gefestigt und macht mittlerweile problemlos 500-Teile-Puzzle: hochkonzentriert, mit totaler Hingabe und vor allem sehr schnell! Zudem malt er nun mit Freude, kann und liebt ausmalen, was noch vor einem Jahr komplett ungeliebt war. Und finde Roller, Laufrad und Co absolut spitze. Jeden Morgen wird aus dem grossen Fuhrpark das passende Fortbewegungmittel für die Fahrt zum Kindergarten gewählt und mit der gleichbleibend grossen Freude zu selbigem gedüst. Das ist überhaupt sehr bemerkenswert: die grosse Liebe vom Junior zum Kindergarten. Ich habe so etwas noch nie bei einem meiner Kinder erlebt und es ist eine grosse Freude die tägliche Begeisterung zu erleben (und die Enttäuschung an jedem Wochenende... das wird die nächsten Wochen ein Spass werden. Immerhin darf er noch diese Woche komplett in den Kindergarten gehen!). Insgesamt ist der Junior in diesem Jahr wesentlich entspannter und weniger angriffslustig geworden (im wahrsten Sinne des Wortes) und er schäumt oft fast über vor lauter Liebe... was natürlich wunderschön ist. 

Unser Kleintje ist unglaublich gross geworden. Nicht nur körperlich! Alles babyhafte, was er vor einem Jahr noch hatte, ist mittlerweile einem grossen, selbständigem Kleinkind gewichen, das aber immer noch neben mir im Beistellbett schläft & der so richtig verkuschelt sein kann. Er ist ein absoluter Autofreak und beschäftig sich stundenlang mit den verschiedensten Autosammlungen, baut Autoreihen mit grösster Akribie und freut sich über jedes Fahrzeug dass wir unterwegs treffen oder er vom Baumhaus aus vorbeifahren sieht. Wie sein grösserer Bruder redet er bislang nur in seiner Sprache (bis auf Mama & Co.), versteht aber natürlich wirklich alles (und hört auch alles... auch das was er nicht hören soll, aber ich glaube das ist bei allen Kindern so!) und während das beim Junior noch grosse Beunruhigung meinerseits zur Folge hatte, gehe ich damit bei ihm sehr gelassen um. Er ist seit ein paar Wochen bei dem gleichen Osteopathen in Behandlung wie der Junior und ich bin ganz sicher, dass auch er die richtigen Worte finden wird, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Der Kleintje muss sich relativ viel alleine beschäftigen, da ich meist den ganzen vormittag arbeite, fast immer von zuhause aus, so dass er in seiner gewohnten Umgebung ist, aber eben doch arbeiten, so dass er alleine spielen muss. Und das klappt sehr gut. Es ist erstaunlich wie schön sich dieser kleine Kerl alleine zu beschäftigen weiss. Trotzdem bin ich froh, dass es doch noch geklappt hat und er ab dem kommenden Schujahr zumindest vier Vormittage in die Woche in eine Krippengruppe im gleichen Kindergarten wie sein Bruder gehen darf. Der Kleintje hängt nach wie vor sehr an Kuscheltuch (wie alle meine Kinder) und Schnuller (als einziges meiner Kinder) und es ist so süss sein "geschnullere" zu hören wenn er schläft. Er erinnert mich dann immer sehr an die kleine Maggie Simpson ;-) aber trotzdem hoffe ich dass er sich seines Schnullers bald freiwillig entwöhnt. Auch an der Windelfreiheit werden wir jetzt verstärkt arbeiten. Der Kleintje macht nachts gar nicht mehr in die Windel und meldet es auch tagsüber wenn er in die Windel macht. Jetzt heisst es nur noch: schnell sein. 

Jetzt heisst es aber: Ferien geniessen! Für mich ist das zwar relativ, denn die Arbeit geht weiter... Zum Glück läuft unsere Selbständigkeit sehr gut und wir hätten uns vor einem Jahr wohl nicht träumen lassen, wie gut tatsächlich. Aber auch nicht, dass das Arbeitsaufkommen stetig steigt. Und so gibt es keinen Sommerurlaub in diesem Jahr, aber dafür am nächsten Wochenende Familienzuwachs. Wir freuen uns alle schon so sehr. 



Und ich warte jetzt auf meine Mädels und ihre Zeugnisse ;-) und hoffe, der ein oder andere Leser hat bis hierher durchgehalten.

Euch allen in Nord & Süd wünsche ich noch eine wundervolltolle Ferienzeit mit hoffentlich ganz vielen Sonnenstrahlen, köstlichen Leckereien, wunderschönen Erlebnissen und vor allem ganz viel Zeit für das was ich euch am Herzen liegt!

Seid lieb gegrüsst von
Frau Süd

Kommentare:

  1. Ich habe bis zum Ende durchgehalten und finde es total interessant, mal so einen Einblick in eine "Großfamilie" zu bekommen. Ich bin auch mit 2 größeren Geschwistern "gesegnet"!:D
    Ich wünsche euch einen tollen Start in die Ferien!

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  2. Wahnsinn was in einem Jahr alles passiert und ein bisschen sind die Sommerferien mit Schulkindern wohl so wie Silvester, mhhh? ;)

    Ich wünsche Euch, auch wenn Du weiter arbeiten wirst - das Du Dich wenigstens ein bisschen freischaufeln kannst - eine ganz tolle Ferienzeit mit allem was dazu gehören mag und ab Sonntag noch dazu ganz liebe Kitten.

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  3. Puh ;o)!Wir sind zwar jetzt, nachdem Lo weg ist einer weniger, aber es ist wie bei euch, irgendwas ist immer ;o)!Ja, Wahnsinn, was man so alles in einem einzigen Jahr passiert ;o)!Euer neuer Familienzuwachs ist Zucker pur, so,so süß ;)!Ich wünsche euch ganz viel Freude mit ihnen und einen supertollen Ferienstart!!!!Ganz viele, liebe Grüße,Petra

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♥-lichen Dank für Deine lieben Worte!