Donnerstag, 17. November 2011

Jamie für Oma, ich für Opa

Als allererstes möchte ich an dieser Stelle danke sagen: für die vielen lieben, tröstenden Worte, die mich hier und über Twitter erreicht haben. Es tut gut zu wissen, dass andere an einen denken wenn es einem nicht so gut geht. Und ja, es geht mir gar nicht gut. Ich war mit bewusst dass mich der Tod meines Opas sehr treffen würde. Zum einen weil er ein sehr wichtiger Herzensmensch für mich war und zum anderen weil das der erste Todesfall in meiner Familie überhaupt ist (ja ich habe das Glück dass alle meine Verwandten noch leben, bzw. an meine Urgrosseltern kann ich mich nicht mehr erinnern, weil ich noch sehr klein war, als diese gestorben sind). Ich hätte aber ehrlich gesagt nicht damit gerechnet dass es mich so mitnehmen würde. Mein Körper und meine Seele trauern. 

Eigentlich sollte das hier eine gut gelaunte, bunte Jamie Oliver Woche werden, ganz in seinem "easy peasy"- Stil. Uneigentlich fällt es mir derzeit schwer überhaupt etwas in der Küche zu machen oder mich mit essen zu beschäftigen. Kummer schlägt sich bei mir sehr stark auf den Appetit und ich essen seit drei Tagen kaum noch etwas. Trotzdem habe ich heute einen Kuchen gebacken. Mit viel Liebe zur Stärkung der trauernden Verwandten, allen voran natürlich meiner Oma. Jamie Oliver ist ein Koch (ja das ist jetzt keine überraschende Erkenntnis). Jamie Oliver ist kein Bäcker (auch keine Überraschung?!) und deswegen gibt es von ihm kaum Backrezepte. In jedem seiner Bücher findet man etwa eine Handvoll gebackener Dinge und kaum Kuchen im klassischen Sinn.

In seinem neuen und damit aktuellem Buch "Zu Gast bei Jamie" gibt es nun aber einen Orangenkuchen den Jamie zur Erinnerung an seine Oma angibt, was wäre also passender als diesen zur Erinnerung an meinen Opa zu backen?

Für (m)einen St.-Clements-Opa-Erinnerungskuchen heizt man den Backofen auf 180 Grad vor und fettet einen Springform mit Butter. In einer Küchenmaschine schlägt man 125 g weiche Butter mit 125 braunem Zucker schaumig und fügt nach und nach 4 grosse Eier hinzu. Dann gibt man die abgeriebene Schale einer Orange hinzu, gibt nacheinander 200 g geschälte, gemahlene Mandeln100 g Mehl und einem Teelöffel Backpulver zu der Masse und rührt alles gut unter. Im Ofen für etwa 30 Minuten Backen, Stäbchenprobe machen und aus dem Rohr nehmen. In der Form belassen.

Nun den Saft der Orange pressen und mit 100 Zucker in einem Topf langsam köcheln lassen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Den Kuchen mehrfach mit einem Zahnstocher einstechen und mit dem Orangesirup begiessen. Sobald der ganze Sirup vom Kuchen aufgesogen wurde, diesen aus der Form nehmen und vollständig auskühlen lassen.

Zum Schluss aus 200 g Puderzucker und Orangensaft einen dickflüssigen Guss zubereiten und den Kuchen damit grosszügig bestreichen, mit abgeriebener Orangenschalle bestreuen und vollständig trocknen lassen.
Ich hoffe der Kuchen schmeckt genauso gut wie er riecht, denn ich habe diesen nicht probiert. Aber auf Jamie kann man sich immer verlassen.

Es grüss euch alle in Nord und Süd ganz herzlich eine traurige Frau Süd, die hoffentlich bald wieder so lachen kann wie die Sonne, die hier ganz plötzlich nach wochenlangem tagelangem Verschwundensein hinter dickstem Nebel zum Vorschein kam um den Opa-Kuchen anzustrahlen. Und so gibt dieser hoffentlich etwas Kraft um die morgige Beerdigung  zu überstehen. 



"Ich bin nicht tot,ich tausche nur die Räume. Ich leb' in Euch und geh durch Eure Träume."

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