Dienstag, 18. Oktober 2011

Kindheits(essens)erinnerungen

Erwähnte ich bereits dass ich sehr nostalgisch veranlagt bin und sehr bedauere dass die Zeit meiner Kindheit und Jugend so schnell vergangen ist bzw. schon so lange vorbei ist? Das liegt mit Sicherheit daran dass ich eine unglaublich schöne Kindheit hatte und mich geliebt, geborgen und sicher gefühlt habe. Dafür bin ich meiner Familie und natürlich vor allem meinen Eltern sehr dankbar! Gerade meine Mama war und ist die beste Mutter (und jetzt natürlich auch Oma) die ich mir vorstellen kann und ich erinnere mich so gerne daran was sie alles für uns Kinder getan hat: an die vielen tollen Bücher, die sie uns stundenlang vorgelesen hat, die Zeit, die sie sich immer für uns genommen hat um sich all unsere Erzählungen, Sorgen und Nöte anzuhören und all die großen und kleinen liebevollen Rituale, Gesten und Selbstverständlichkeiten mit denen sie uns (für) immer ein Urvertrauen gegeben hat, mit dem wir fürs Leben gewappnet waren. Diese Liebe  war und ist für uns Kinder und Gäste immer ganz besonders im Essen zu spüren, denn meine Mama kocht leidenschaftlich gerne und gut. Und so gibt es viele Gerichte mit denen ich bis heute viel verbinde und die mir von anderen Köchen oder auch von mir selbst lange nicht so gut schmecken wie "von Muttern"! Zum Beispiel macht meine Mama definitiv die besten Rouladen mit Kartoffelpüree und selbstgemachtem Rotkohl. Oder die beste Tomatensosse. Und ganz unbestritten das allerweltsbeste Ossobuco! Und jeden Mittag, wenn wir aus der Schule nachhause gekommen sind, dann konnten wir bereits vor der Haustür (am durch den Dunstabzug nach draussen strömenden Geruch) feststellen ob es ein "Juhuu!"-Mittagessen geben würde oder ein "Ich hab heute keinen Hunger"-Mittagessen. Auch heute noch lasse ich mich liebend gerne von meiner Mama zum Essen einladen und ich kann mir sicher sein dass das was es gibt hervorragend schmeckt (na gut, nehmen wir mal das Pilz-Risotto aus) und deshalb möchte ich heute ein Rezept meiner Mama präsentieren, damit ihr wisst was ich meine, denn mir läuft schon bei den Fotos das Wasser im Mund zusammen.

Heute kocht also quasi die Oma Süd und zwar Gemüsegarten mit Parmesan und Hähnchen im Parmaschinkenmantel (ich hab nicht zuviel versprochen, gell?)

Für etwa vier Personen benötigt man zur Zubereitung des Gemüsegratins folgende Zutaten:



600 g Tomaten, 750 g Kartoffeln, jeweils 2 Zucchini, Auberginen & Knoblauchzehen, 
1 Zweig Rosmarin
ca. 6 EL Olivenöl, Pfeffer, Meersalz, evt. Chilli & Oregano
ca. 80 g frisch geriebenen Parmesan

Für den Dip: ½ Bund Basilikum (oder Schnittlauch) gewaschen & gehackt.
200 g Bio-Vollmilch-Joghurt, 100 g Bio-Schmand, 1/2 EL Bio-Zitronensaft, (ersatzweise 1 Teelöffel Weissweinessig) Zucker, Pfeffer & Salz

1. Kartoffeln gründlich abbrausen & knapp 20 Min. in Salzwasser garen, abgießen, auskühlen, pellen und in Scheiben schneiden.

2. Während die Kartoffeln garen, Gemüse vorbereiten, waschen & in Scheiben schneiden, Knoblauch fein hacken. Auberginen ggf. salzen und nach 15 Min. die Auberginenscheiben gut abspülen und trocken tupfen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und nacheinander die Gemüsescheiben braten & leicht mit Salz & Pfeffer & nach Geschmack mit Chilli & Oregano (wenig Oregano!) würzen. Zum Schluß kurz den gehackten Knoblauch mit i.d. Pfanne geben, er darf nicht braun werden (schmeckt sonst bitter, bähhh) und den gehackten Rosmarin kurz mit durch schwenken.

3. Die Tomaten waschen & in Scheiben schneiden. Backofen auf 200° vorheizen.

4. Eine Backofen-Form leicht mit Olivenöl einfetten. Das vorbereitete Gemüse ansehnlich i.d. Form schichten, Parmesan darüber streuen. Im Ofen ca. 15 Minuten überbacken. Den Joghurt mit Schmand, Zitronensaft, Pfeffer & Salz 1 Prise Chilli & Kräutern verrühren, abschmecken und zum Gemüsgratin reichen.


Und für das Parmahähnchen braucht man ebenfalls für vier Esser die folgenden Zutaten:

je 4 Scheiben Hähnchenbrustfilet & Parmaschinken
Peffer a.d. Mühle, Meersalz, 1-2 EL Mehl
je 2-3 Zweige Rosmarin, Thymian, Salbei, Petersilie & evt. Basilikum (bzw. eine Mischung nach Geschmack.
Olivenöl

1. Die Kräuter waschen & trocken schütteln oder mit Küchenpapier abtupfen, von den Zweigen zupfen und fein hacke. Die Schinkenscheiben nebeneinander legen und mit den Kräutern bestreuen. Die Filets waschen & trocketuofen mit Salz leicht & mit Pfeffer mutig würzen. Jeweils mit einer Scheibe Schinken umwickeln und mit etwas Mehl bestäuben.

2. Den Backofen auf 180°-200° vorheizen.

3. In einer Ofenfesten Pfanne 1-2 El Öl erhitzen und die Hähnchenbrustfilets darin rundum anbraten. Dann im vorgeheizten Ofen a.d. Mittleren Schiene in etwa 8-12 Minuten fertig garen.


Jetzt würde ich wirklich zu gerne wissen was für Gerichte ihr mit euerer Kindheit verbindet bzw. was ihr euch heute so von eurer Mama (oder euerem Papa, Oma, Opa) kochen lasst wenn ihr euch was wünschen dürft. 

Für meine Mama an dieser Stelle ein riesengrosses Dankeschön! Für die Zeit, Hingabe und Liebe beim kochen, für die schön gedeckten Tische, die tollen Geburtstagskuchen, das gesunde (das im Nachhinein doch lecker war. Hmmm Spargel!) und das weniger gesunde (ich sag nur "Seemann's Schmaus") und all die leckeren Essen! Und natürlich für alles andere !!! 

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